Markus Weber Sutter

Dozent für Verfahrenstechnik, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, ZHAW

Die von offizieller Seite abgegebenen Erklärungen zu den Gebäudeeinstürzen der Zwillingstürme und vor allem des WTC7 können, so ausgefeilt sie auch daher kommen mögen, mehr als ein Wesensmerkmal der Einstürze nicht schlüssig und für alle Leser nachvollziehbar erklären. Dass den Einstürzen mit Spreng- oder Schmelzbrandladungen nachgeholfen worden sein könnte, würde im Gegensatz dazu alle bezeugten Merkmale schlüssig erklären.

Vorwurfsvoll wird in diesem Zusammenhang gesagt: Ja, das ist doch wieder mal viel zu einfach – manche Dinge sind eben nicht so einfach, wie man sie gerne sähe. Gewöhnt euch dran, findet euch damit ab!  Hier müssen wir alle «nein» sagen und eine neue, unabhängige, wissenschaftliche Untersuchung durch eine reichlich mit Mitteln und Befugnissen ausgestattete Kommission fordern. Es kann nicht hingenommen werden, dass die These «Sprengung» gar nicht erst untersucht und die Beweismittel zerstört wurden. Die einfachste These muss man als erste in den Raum stellen und solange verfolgen, bis man auf nicht mehr lösbare Widersprüche stösst. Dann wird sie verfeinert oder durch eine anspruchsvollere ersetzt. Das NIST ist umgekehrt vorgegangen. Das ist wissenschaftliche Unlauterkeit.

Ich habe inzwischen erste eigene Gehversuche unternommen, die Gebäudeeinstürze zu simulieren und komme immer wieder zu dem Schluss: Für die gesehenen Fallbeschleunigungen der Dachlinien und die gleichzeitige Pulverisierung des Stahlbetons, noch bevor er am Boden landet, fehlt es an Energie. Die Wärmefreisetzung in den Bränden und die Wärmeübertragung auf die Strukturelemente lässt eine gesamthafte Durchwärmung der Gebäude auf Stahlerweichungstemperatur nicht zu.

Fazit: Die bisherigen Untersuchungen, wenn man sie denn als solche bezeichnen kann, weisen schwere methodische Mängel auf und werden in ihrem Ergebnis in einen kausalen Ablauf der Ereignisse zusammengeführt, der schlicht physikalisch unmöglich ist.

Und ausserdem: Was ist Terror? Die Begriffe «Terror» und «Terrorismus» haben im Gefolge der Anschläge vom 11. September 2001 eine wahrhafte Inflation erlebt. Fast so, als seien sie beliebt, werden sie bei nahezu allen Verbrechen grösseren Ausmasses zu Beginn als Vermutung, später mit Gewissheit in den Raum gestellt und scheinen durch letzteres sowohl das Verbrechen als auch den oder die Verbrecher in bemerkenswerter Art und Weise zu klassifizieren. Die Taten, obwohl klassische Schwerverbrechen an Zivilisten, werden in die Kategorie kriegerischer Angriffe auf die gesamte Nation gerückt, der oder die infrage kommenden Täter haben mit einem Mal alle ihre zivilen Rechte verwirkt. Diese Translation ist wichtig, denn wer jetzt gegen diese Verkürzung des Verfahrens aufmuckt, gilt bereits als Sympathisant und damit auch als Feind.

Das wäre unter realistischen Gesichtspunkten sogar noch halbwegs akzeptabel, bzw. man würde auch in gepflegten Rechtsstaaten immer wieder Mehrheiten dafür finden, in Ausnahmefällen und auf Ausnahmegestalten auch ausserordentliche Massstäbe anzuwenden. Alles hängt jetzt an der genauen Aufklärung des Tathergangs, die als einzige Aufschluss darüber geben kann, ob es sich um Terroranschläge handelt und um Terroristen. Sich in die Kanzel eines Flugzeugs einschmeicheln und den Piloten solange zu «bearbeiten», bis er es ebenfalls eine gute Idee findet, zuerst alle Funkverbindungen auszuschalten und dann in ein Hochhaus zu rasen, kann theoretisch auch ein charismatischer Irrer. Ein grössenwahnsinniger und zerstörungssüchtiger Pilot mit Selbstmordabsichten könnte das zur Not sogar alleine. Dass dann beim Aufschlag alle Flugzeuginsassen und diejenigen, die sich in den getroffenen Stockwerken aufhalten, also etwa je ca. 500 Personen, sterben müssen, ist als hochwahrscheinlich anzunehmen.

Aber dass eine Stunde später die Türme aus Stahlbeton wie Kartenhäuser in sich zusammensinken und insgesamt weitere 2000 Leute in den Tod reissen, muss keineswegs eine zwingende Folge der Flugzeugeinschläge sein. Die Hinterbliebenen gerade dieser Menschen haben ein ganz besonderes Recht auf ihre Sichtweise, dass ihnen eine geliebte Person durch eine verbrecherische Tat entrissen wurde, und die Mordtat deshalb nach forensischen Regeln aufgeklärt werden müsste. Hier stand die Bush-Regierung bereits wenige Stunden nach den Anschlägen mit einer Liste von Attentätern parat und war von da an drauf und dran, die forensische Aufklärung dieser Verbrechen mit der  Berufung auf den Status «Akt des Terrors»/«Angriff auf die Nation» komplett zu blockieren.

Es brauchte schon den Mut und die Entschlossenheit der «Jersey Widows» und des Parlamentariers Tom Daschle, wenigstens das Imitat einer Aufklärungskommission ins Werk zu setzen. Die Jersey Girls wurden später am Fernsehen von Ann Coulter zum Amusement der Zuschauer verunglimpft, und Tom Daschle war einer derjenigen, die mit einem Anthrax-Brief bedacht wurden.

Die Kommission war mit einem Budget ausgestattet, das erst inklusive eines Nachschlags halb so gross war wie das für Bill Clintons Amtsenthebungsverfahren, die dem Family Steering Committee gewährte Anhörung und der 9/11 Commission Report gehen auf gut 60% der gestellten Fragen nicht ein, es wurden reihenweise Zeugenanhörungen verweigert und ausserdem wurde vieles im offiziellen Report in die Fussnoten oder den Anhang verbannt oder gleich geschwärzt. Die Stahlträger aller Gebäude wurden so schnell wie möglich nach Asien verschifft und dort eingeschmolzen, und von den Zeugen ist eine bemerkenswerte Zahl inzwischen ums Leben gekommen. Ganz zu schweigen vom Aussageverbot für viele, die etwas Wesentliches zum Klärungsprozess beizutragen hätten.

Fast alle Massenmedien haben sich inzwischen an einem gängigen Muster der Verunglimpfung  und Diskreditierung der «Truther» beteiligt. Systematisch werden diejenigen, die bezüglich der Wahrheiten zum 11. September noch Nachforschungsbedarf sehen, mal in die Ecke der Dschihadisten oder Anti-Semiten gerückt, mal mit den Mondlandungsbezweiflern in einen Topf geschmissen und ein anderes Mal als unterbeschäftige Intellektuelle mit einer Affinität zum Lösen von Puzzles charakterisiert. Jedenfalls Spinner, deren Aussagen man auf keinen Fall ernstnehmen darf.

Die «Spinner» selbst werden schon wahr- und ernstgenommen, und zwar als Bedrohung. Obamas Berater hat vorgeschlagen, Gruppierungen, in denen Verschwörungstheorien zum 11. September kultiviert würden, kognitiv zu infiltrieren. Ausserdem verlieren Journalisten ihren Job, wenn sie Artikel verfassen, die Zweifel an der offiziellen Version erhärten lassen und publik machen. Das ist alles höchst beängstigend.

Die Verteidiger der offiziellen Version haben sich die Methode des persönlichen Angriffs ausgewählt, weil sie gleichzeitig jeder sachlichen Argumentation zur Physik des Tathergangs ausweichen wie der Teufel dem Weihwasser. Eine neue – oder eigentlich: eine erstmalige – Untersuchung der Ereignisse am 11. September  2001 könnte auch die Diskussion in der Öffentlichkeit zurück verlagern auf den Streit mit sachlichen Argumenten.

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