Jair Stern

Dr. med., Zürich

Grundsätzlich haben verschiedenste Figuren historisch belegt, dass es für sie nicht «undenkbar» war, das Leben von einigen tausend Zivilisten in Kauf zu nehmen. So haben, um ein Beispiel zu nennen, Vertreter der US-Regierung kurz nach dem 9/11 sich offensichtlich willens und fähig gezeigt – u.a. trotz Warnungen aus dem eigenen Militär – einen Krieg zu entfesseln, der allein im Irak zu über hunderttausend Toten und unzähligen Kriegsgeschädigten führte (*).

Allein der nationale Haushalt der USA benötigt mittlerweile täglich eine Spritze von über 3 Milliarden Liter (20 Mio. Barrel) Erdöl. Dieses wird zu zwei Dritteln aus dem Ausland beschafft. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass derartige, zunehmend globalisierte «metabolische Verhältnisse» einen explosiven Verschleiss mit polytoxikomanen Zügen darstellen.

In solch einer Situation ist es nur gut und recht, wenn die breite Öffentlichkeit sich auch bei uns vermehrt dazu aufrafft, den beteiligten wirkenden Kräften nüchtern und hartnäckig auf die Finger zu schauen.

(*) Eine 2006 in der medizinischen Zeitschrift «Lancet» erschienene grosse Untersuchung basierend auf vor Ort erhobenen Daten schätzte allein für den Zeitraum 2003 bis Juni 2006 die Zahl der kriegsbedingten Toten unter der irakischen Bevölkerung auf 650’000. Andere Schätzungen reichen von rund 100’000 bis über 1 Million Tote.

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