Midi Gottet

Komiker, Schauspieler, Vater von zwei Kindern und seit 15 Jahren Kolumnist beim Satiremagazin KULT; Zürich

Midi GottetWenn von dieser unglaublichen Plethora an Ungereimtheiten, die Stefan Schaer hier in seinem «Dossier 9/11» gesammelt und aufgeführt hat, auch nur ein Quäntchen wahr ist, wäre das schon Grund genug, um von den USA eine unabhängige Untersuchung zu fordern. Und mit grosser Wahrscheinlichkeit ist alles, was hier steht, wahr. Im Härtefall ist alles, was hier steht sogar nur die Spitze des Silversteins, aber eben, die «Tremeloes» haben schon früh jenes Credo gepredigt, mit dem sich der amerikanische Traum ungehindert leben lässt: «Silence Is Golden».

Und ja, sagen Sie’s schon, das Wort, das Sie immer dann schreien, wenn einer, der Recht haben könnte, mundtot gemacht werden soll – Verschwörungstheoretiker. Wie originell. Es ist eigentlich faszinierend, wie viele einfache Leute seit 9/11 ein so schwieriges Wort aus der Hüfte heraus gegen Ungläubige zu schiessen gelernt haben. VERSCHWÖRUNGTHEORETIKER!

Aber hey, gäbe es keine VerschwörungsPRAKTIKER, müsste ich hier auch keine THEORIEN darüber aufstellen, wie das mit 9/11 damals wirklich gelaufen ist. Deshalb schätze ich mutige Leute wie Stefan Schaer, der sich vom Pausenplatz-Hooligan Uncle Sam und seiner hörigen Gefolgschaft nicht einschüchtern lässt und weiterhin hartnäckig die Wahrheit fordert.

Tatsache ist, die Anschläge vom 11. September 2001 haben mich nachhaltig traumatisiert und die starke Vermutung, dass keine 19 Araber, bewaffnet mit Teppichmessern, das vorherrschende Imperium USA gedemütigt haben sollen, sondern eine verschwörerische Schattenregierung, trägt wenig dazu bei, dass es mir in naher Zukunft besser gehen wird.

Vier Monate nach dem «Attentat» verkündete George W. Bush in einer Rede vor versammelter Menge, er habe am 11. September 2001, bevor er das berühmte Klassenzimmer betrat, in einem Fernseher das erste Flugzeug in den Nordturm fliegen sehen. «There’s one terrible pilot», habe er zu seinen Leuten damals gesagt. Pointentusch. Aha, und ein Komiker ist er jetzt auch noch. 3000 Leute sterben und Bush macht etwas Stand-up Comedy. Das wirklich komische an seiner Aussage jedoch war, dass am 11. September 2001 kein Mensch gesehen hat, wie das erste Flugzeug in die Towers knallte. Niemand. Den ersten Einschlag hat man erst einen Tag später auf einem Video-Tape entdeckt. Also ist George W. Bush entweder ein stark verwirrter Fantast, der oft Unsinniges von sich gibt oder aber Bush hat an diesem sonnigen Vormittag des 11. Septembers 2001, wie er es immer an sonnigen Vormittagen zu tun pflegte, bevor er jeweils ein Klassenzimmer betrat, auf die CIA-Live-Cam des World Trade Centers gestarrt, um den Moment ja nicht zu verpassen, an dem irgendein Flugzeug gerade per Zufall in die Towers fliegt. Pointentusch. Ich denke, beides trifft in diesem Fall zu.

Über die letzten Jahre verbrachte ich hunderte von Stunden damit, der Wahrheit über 9/11 Schritt für Schritt näher zu kommen. Ich bin ein Verfechter der «Keine Flugzeuge-Theorie» und bin überzeugt, dass wir am 11. September 2001 keinen Terroranschlag von aussen gesehen haben, sondern einen verzweifelten Akt des angezählten Öl-Junkies USA, welcher in der Sparte «Beschaffungskriminalität» anzusiedeln ist.

Um derart waghalsige Vermutungen nicht weiter aufstellen zu müssen, fordere ich auf diesem Weg eine längst überfällige und unabhängige Untersuchung der Anschläge vom 11. September 2001. Ohne diese werden unsere Kinder in den Geschichtsbüchern eine Version der Geschehnisse lesen, die ihnen im besten Fall ein kopfschüttelndes Schmunzeln abringen wird.

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